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NameSchulz
VornameGünther Ernst Heinz
RufnameGünther
RangLeutnant
Alias Rang / NameK.A.
Geboren08.11.1921 in Holten (Oberhausen) (NRW)
Gestorben / Hingerichtet14.06.1945 bei Denstorf (Niedersachsen)
Grablage
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Erstbestattung 18.06.1945 auf dem Hauptfriedhof Braunschweig. Exhumierung und Einäscherung 28.11.1948. Beisetzung der Urne am 20.01.1948 (15:00 Uhr) im Familiengrab auf dem Hauptfriedhof Neuss
(Feld A13 Nr.115).
Erkennungsmarke-1647- 4./ Flg. Ausb.. Rgt. 52
TeamkameradenManfred Bronny, Hans Reich, Karlheinz Weisenfeld
Datum & Ort Gefangennahme19.12.1944 in/bei Liége, 21.00 – 22.00 Uhr.
AuszeichnungenSportabzeichen, Segelflugabzeichen
Letzte EinheitPanzerbrigade 150 Einheit Stielau / Stab Solar
VaterHeinrich Hermann Schulz, geb. in Friedrichsanfang, Hildburghausen (Thüringen)
Rufname, VaterHeinz
Beruf, VaterVerwaltungsrat/Oberinspektor
Rang , VaterK.A.
Erkennungsmarke, Vater-41- San. Kp.227 // -3060- St. Kp. G. E. B. 77
MutterErna Schulz, geb.Busch, geb. in Vohwinkel (jetzt Wuppertal-Vohwinkel) Sie starb bereits 1925.
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NSDAP
Beim Bundesarchiv in Berlin in den Beständen des ehemaligen Berlin Document Centers konnte nur die Mitgliedschaft von Heinrich Schulz, dem Vater von Günther Schulz, bei der NSDAP festgestellt werden. Seine Mitgliedernummer lautet: 3161424. Eingetreten in die Partei ist Heinrich Schulz am 01.05.1933.

Der Personalakte von Günther Schulz die beim Bundesarchiv in Freiburg liegt ist zu entnehmen (Beurteilung vom 26.09.1944), dass Gunther Schulz bis zu seinem Eintritt in die Wehrmacht eine bewährte Führernatur in der Nationalsozialistischen Jugenderziehung sei, wo er als H.J.- Jungstammführer tätig war.

Im Stadtarchiv Neuss befindet sich die Meldekarte von Günther Schulz. Der Karte ist zu entnehmen, dass er ab 19.02.1940 beim R.A.D. K/212 Leverkusen-Schlebusch eingesetzt wurde.

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Ausbildung
In der Personalakte von Günther Schulz kann man etwas über seine Ausbildung finden. In einem Vorschlag zur Beförderung zum Kriegsoffizier finden wir seine Schulausbildung.

Der Bildungsgang von Günther Schulz wird wie folgt beschrieben: „Erziehung im elterlichen Hause, Volksschule, Realgymnasium, Oberrealschule, Abitur 1940“.

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Günther Schulz raucht seine Pfeife.
Quelle: In Familienbesitz.

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Laut der Sterbeurkunde von Günther Schulz, die im Stadtarchiv Neuss liegt, war Günther Schulz Medizinstudent.

Nach Angaben einer Bekannten der beiden wollte Günther Schulz nach Beendigung des Krieges, zusammen mit seiner Verlobten Ruth, in den Deutschen Kolonien Afrikas als Ärzte tätig sein.

In den Verhören des Revisionsverfahrens gegen Leutnant Schulz, macht er einige Angaben zu seinem Studium. Frage von Colonel Crone: „Was haben Sie studiert, bevor Sie in die Armee gekommen sind? “A: Medizin, aber ich konnte nicht studieren. Ich bekam kein Studienurlaub; alle Leute bekamen Urlaub. Ich war 6 Jahre in der Armee. Nach 3 Jahren konnten die Leute studieren – – Ich kam in Köln auf die Universität, dann kam ich nach Bonn und machte 14 Tage eine Einführung in Ekonomie (Ökonomie) an der Bonner Universität mit“.

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Die hier genannten Informationen sind basiert auf unterschiedliche Quellen wie Meldekarte, Deutsche Dienststelle und der im Bundesarchiv befindlichen Personalakte.
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28.06.1940  EingezogenFlug Ausbildungs- Regiment 52  Bromberg
02.08.19404. Kompanie Flieger Ausbildungs- Regiment 52
12.01.1942 – 20.06.1942Fliegerhorst Kompanie Münster- Loddenheide  (Fliegertruppe, Segelflieger)
06.11.1942 – 28.02.19431. / Flug Anwärter-Bataillon III in Lorient (Frankreich)
          1943Flugführerschule A/B 11 (Schönwalde)
01.11.19431./ Fernaufkl. Geschw.101, Grossenhain/Sa.,1. Schülerkompanie

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Beförderungsdaten
28.07.1941Gefreiter
03.01.1942Unteroffiziers-Anwärter
30.01.1942Unteroffizier
01.11.1942Feldwebel
01.10.1941R.O.A. bzw. K.O.A.

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Lehrgänge und Beurteilungen
12.01.1942 – 20.03.1942, Kriegsoffizier-Vorauswahllehrgang, Beurteilung vom 15.04.1942.
„Geistige und Körperliche Anlagen: Sch. Ist ein über den Durchschnitt stehender, intelligenter wie aktiver Mensch. Körperlich ist er straff und sehnig und Strapazen gewachsen.
Charaktereigenschaften: Sch. zeigt trotz seiner Jugend schon die Umrisse eines fest gefügten, geformten Charakters. Er ist pflichtbewusst, offen und ehrlich. Seine Dienstauffassung  ist Einwandfrei, sein Auftreten Untergebenen gegenüber bestimmt. Vorgesetzten gegenüber militärisch korrekt. Er ist auf Grund seines heiteren Wesens und seiner Haltung bei Untergebenen und im Kameradenkreis sehr beliebt. Sch. hat bei der Ausübung seines Dienstes stets Eifer, ständige Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein gezeigt.  Seine soldatische Haltung und Führung waren Einwandfrei.“ 

13.04.1942 – 20.06.1942:
11. Lehrgang für Kriegsoffiziersnachwuchs, Luftkriegschule 2 , Berlin-Gatow. Beurteilung vom 20.06.1942:
Persönlichkeitswert und charakterliche Eignung: “Jugendliche , noch in der Entwicklung begriffene Persönlichkeit mit offenem, frischem Wesen. Gesundes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Charakterlich einwandfrei. Beliebter Kamerad. Führungsanlagen und Persönlichkeitswerte in ausreichendem Masse vorhanden, bedürfen nur noch der strafferen soldatischen Ausrichtung. In den Umgangsformen und im Auftreten genügend gewandt.”
Geistige Veranlagung: “Geistig überdurchschnittlich veranlagt. Gute Auffassungsgabe bei klarem und sachlichem Denkvermögen, Ausdrucksweise noch ungewandt, aber bestimmt. Ist strebsam und weiter bildungsfähig.”
Körperliche Veranlagung: “Mittelgrosse, schlanke Erscheinung. Sportlich einsatzfreudig mit ziemlich guten Leistungen.”
Militärische Leistungen und Eignung: “Im Unterricht bei ausreichender Beteiligung ziemlich gute Leistungen. Im Truppendienst noch wenig geübt, aber bemüht. Leistungen genügend, aber schwankend.”
Ergebnis der Untersuchung auf Fliegertauglichkeit: “Wehrfliegertauglich.”
Vorgeschlagene Verwendung: “Fliegendes Personal. Gemäss Vorbildung besonders geeignet zum Lastenflieger.”
Fliegerische Ausbildung: “Segelflugschein A, B, C.”
“Als geeignet für die Übernahme als Kriegsoffizier dem RLM (L.P.) vorgeschlagen.”
Besondere Bemerkungen:…
“Teilnehmer ist bereit, die Offizierslaufbahn mit begrenzter Dienstzeit einzuschlagen.”

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Günther Schulz. Quelle: In Familienbesitz.

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Günther Schulz mit Segelflugabzeichen. Quelle: In Familienbesitz.

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11.02.1943, Beurteilung des Hauptmann und Kompanie-Chefs.

Die Beurteilung seiner Persönlichkeit ist im grossen und ganzen gleich an der Beurteilung vom 20.06.1942. Erwähnenswert wäre vielleicht noch das Günther Schulz gute Führungs-anlagen, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und bei gutem Ehrgeiz das Bestreben habe den ihm gestellten Aufgaben jederzeit gerecht zu werden.

Weiter heißt es in der Beurteilung:
„Als Zugführer im U.L.K. hat Feldwebel Schulz seine Kenntnisse im Truppendienst vertieft und gefestigt. Er besitzt Eigeninitiative und Improvisationstalent, versteht es, selbstständig zu handeln. Seinen Untergebenen gegenüber ist er Vorbild durch sein straffes soldatisches Auftreten, er hat sie fest in der Hand und wirkt durch seine Frische und Lebhaftigkeit begeisternd und mitreissend. 
Gute Umgangsformen, höflich und bescheiden, bei Kameraden und Vorgesetzten geachtet. Fürsorglich für seine Untergebenen.
Seine weltanschauliche Haltung ist einwandfrei, versteht das nationalsozialistische Gedankengut gut weiterzuvermitteln. 
Feldw. Schulz ist auf Grund seiner Persönlichkeitswerte, seine Führeranlagen sowie seiner Kenntnisse uneingeschränkt zum Kriegsoffizier geeignet.“

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Günther Schulz. Quelle: In Familienbesitz.

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Es gibt keinerlei Aufzeichnungen über Lazarettaufenthalte von Günter Schulz.

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Der Untergang eines Greifs

Prozessakte Schulz
Die Prozessakte liegt sowohl in englisch als in Deutscher Übersetzung vor. Das Verfahren fand am 05.05.1945 statt. Der Ort, an dem das Verfahren stattfand, wird nicht genannt, nur die Uhrzeit, an dem das Berufungsverfahren begann, 10.15 Uhr. Aus dem Verfahren geht nicht eindeutig hervor was der Anlass der Wiederaufnahme war. Das ganze Verfahren hier wieder zu geben würde zu langatmig. Lieber sollen an geeigneter Stelle einige erstaunliche Einzelheiten wiedergeben werden. Der Angeklagte wurde zum Schluss des Verfahrens auf dessen Gesuch als Zeuge vernommen. Leutnant Schulz antwortete laut Protokoll in englischer Sprache. Er gab an, ungefähr seit 6 Jahre bei der Wehrmacht, in Deutschland gedient zu haben. Zu der Einheit Stielau sei er am 07.11.19144 gekommen. Günter Schulz wurde befragt wie er zu dieser Aufgabe, gemeint ist die Operation Greif, gekommen sei.
„Ich war im August 1944, in Einsheim vor einem Deutschen Gericht, weil ich versucht hatte hinüber in die amerikanischen Linien zu kommen. Dafür wurde ich mit 3 Monaten unter Entlassung bestraft, aber das Gericht sagte, ich müsse an die Front gehen und würde 3 Monate Gefängnis bekommen. Das stand in meinen Papieren und ich kam nach Feldsheim, den Stab der Fallschirmtruppen und war dann in Wintersteig.. 40 Tage war ich in Wintersteig in einer Fallschirmkompanie. Dann musste ich nach Deutschland fahren und einen deutschen Deserteur gefangen nehmen: und dann fand ich ihn nicht und kam zu der Einheit zurück, nach Wintersteig und als ich zu dem Bataillon-Kommandanten kam, nach Wintersteig, sagte er mir, ich müsse nach Berlin gehen, weil ich etwas Englisch und Französisch spreche und fragte mich ob, ob ich das möchte. Ich sollte ein Dolmetscher werden. Dann fuhr ich nach Berlin. Es war am 7. November 1944. In Berlin kam ich zu dem Hauptquartier der Fallschirmtruppen. Ich musste dort meine Papiere ausfüllen und wurde dann zu der Einheit SKORZENY geschickt. Bei der Einheit SKORZENY wurden mir englische und französische Fragen gestellt und ich war im Stande sie zu beantworten. Und er teilte mir mit, das ich in eine Gruppe eingeteilt sei. Es gab viele Gruppen – – 1, 2, 3 und 4; die beste sprach englisch. Von dort musste ich unter dem Geheimwort “Abunheughl“ nach Grafenwöhr fahren.“ (Das seltsame Geheimwort ist nicht auf einen Schreibfehler o.ä. meinerseits zurück zu führen. Es steht tatsächlich so in der Akte.)

Bis hier soll dieser Teil der Aussage von Günther Schilz erst einmal reichen, und wir werfen einen Blick in die Personalakte von Leutnant Günter Schulz.

Feldgericht
Das Bundesarchiv (Militärarchiv) in Freiburg hat die Personalakte von Leutnant Günther Schulz, darin befindet sich ein Urteil das von einem Feldgericht über den jungen Leutnant verhängt wurde. Aus Kostengründen verzichte ich auf das abbilden des Urteils und zitiere die wichtigsten Stellen.

Am 03 Juli 1944 verurteilte ein in Grossenhain zusammengetretenes Feldgericht den Leutnant Günther Schulz, I./Fernaufkl.Geschw.101, Grossenhain/Sa, 1. Schülerkompanie wegen Anstiftung zum militärischen Diebstahl zu 4 Monaten Gefängnis, und zum Rangverlust. Das Feldgericht setzte sich aus folgenden Personen zusammen:

Als Richter: Oberstabsrichter d. Lw. Dr. Zuleger, als Verhandlungsleiter.

Hauptmann Breese, 1./Fernaufkl.Geschw. 101,

Leutnant Wiethaus, 1./Fernaufkl.Geschw.101.

Als Vertreter der Anklage: Oberleutnant Roth.

Als verpflichtete Urkundsperson:  Ogefr. Werner.

Das Urteil wurde im September 1944 abgemildert.
„… mildere ich die durch das Urteil des Feldkriegsgerichtes des Kommandeurs der 3.Flieger-Schul-Division vom 3.Juli 1944 erkannte Freiheitsstrafe auf 2 Monate Gefängnis unter Fortfall des Rangverlustes. Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe setzte ich aus. Der Verurteilte ist in seinem jetzigen Dienstgrad als Offizier bei der Fallschirmtruppe vor dem Feinde in vorderster Linie einzusetzen. Nach 3 Monaten des Feindeinsatzes ist über seine Führung zu berichten.“

                                       „Auf Grund ausdrücklicher Vollmacht des Reichsmarschalls

                                         gez. L o e r z e r

                                           Generaloberst

Unterschrieben  von Hauptmann u. Kompanieführer Schult

Grossenhain/Sa, 26.09.1944

Auf Grund der Straffälligkeit von Günther Schulz kam es zusätzlich am 26.09.1944 in Grossenhain zu einer Sonderbeurteilung. Vieles kommt mit vorigen Beurteilungen überein.

Hier sollen nur die markantesten Stellen der Kriegsbeurteilung zitiert werden:

„Eine Bewährung vor dem Feinde konnte aus Mangel an Gelegenheit nicht erbracht werden. Seine dienstlichen Kenntnisse und Leistungen sind ziemlich gut, arbeitet schnell, ist wendig und anpassungsfähig. Sein militärisches Auftreten ist soldatisch, sicher, stets einsatzfreudig. Hat sich mit Nachdruck um die Frontverwendung als Fallschirmspringer beworben.“
…. „Besitzt Eigeninitiative und Improvisationstalent, kennt keine Schwierigkeiten. Inf. Erfahrung wurden in der Zeit vom 5.11.42 – 28.03.43 beim Fluganw.Batl.III in Lorent erworben.“

Es wird noch der Vorschlag gemacht Leutnant Schulz in nächster Zeit als Zugführer einer Fallschirmeinheit einzusetzen. Es wurden bedauerlicher Weise keine Prozessunterlagen gefunden. Somit bleibt uns der Tathergang verborgen. Es lässt sich nicht sagen ob die Freundin von Günther Schulz wirklich nichts von dem Urteil wusste und daher davon ausging das ihr Freund sich tatsächlich völlig freiwillig für das Unternehmen gemeldet hat. Es ist denkbar das Günther Schulz die Affäre um das Feldurteil vor der Heimat geheim gehalten hat. Da sein Vater darüber bestimmt nicht erfreut gewesen wäre.

Dolmetscher
Wir wollen uns nun noch einmal das Revisionsverfahren ansehen weil Günter Schulz dort noch etwas bemerkens-
wertes aussagt.

„Ich kam in Grafenwöhr an und dort waren 30 Leute. Dann kam ich zu einem Deutschen Offizier, Oberleutnant STEELO und wir durften uns nur englisch unterhalten und er sagte mir das ich englisch mit einem amerikanischen Akzent sprechen lernen muss., weil ich als Dolmetscher gehen würde…..“.

Die Sache mit dem Dolmetscher ist insofern interessant weil auch der Obergefreite Fritz Christ, alias Leutnant Charles Smith in einem Artikel in „Der Stern“ vom 20.04.2004 davon erzählt. Auch in dem Schriftstück der Verhandlung gegen u.a. Leutnant Arno Krause heisst es: „Jeder der Angeklagten wollte sich selbst verteidigen. Sie alle erzählten, das sie von ihrer Einheit gegen den 1. Nov. 1944 herausgenommen worden waren und nach Grafenwöhr geschickt wurden, wo sie als englische Dolmetscher ausgebildet werden sollten und sollten später auch diese Arbeit ausführen….. .“

Ob es sich hierbei um reine Schutzbehauptungen handelt oder  um (Halb)wahrheiten kann heute nicht mehr mit Sicherheit gesagt werden.

Brauchbare Informationsquelle der Amerikaner oder Lügenbaron ?
In seiner Aussage gibt Leutnant Günther Schulz an, dass er zu den Amerikanern überlaufen wollte. Er habe den beiden amerikanischen Offizieren u. a. Landkarten übergeben, Landkarten auf denen sowohl die Linien des geplanten Durchbruchs als auch die abgesetzten Fallschirmtruppen eingezeichnet waren. Leutnant Schulz bekam vom Colonel (nicht namentlich genannt) Gelegenheit etwas für seine Situation zu tun. „…und ich würde eine amerikanischen Uniform bekommen und durch Huy, Namur und Liege zurückfahren und ich solle die anderen Leute auffinden wir würden früh am Morgen abfahren und bis zur Nacht fahren. Es war ruhig aber sie fanden sie nicht. Dann wurde ich mit den anderen drei Kameraden (Bronny, Reich u. Weisenfeld) vor Gericht gestellt. Ich war ein Zeuge. Nach der Verhandlung kam ich nach Namur. Ich sprach mit einem amerikanischen Captein und ich sagte ihm, das ich nach Namur, dem Headquartiers  gekommen sei, um eine Information zu geben und von Namur wurde ich nicht einvernommen. Ich kam nach Paris, Versailles und es war am Weihnachtstag; In Versailles war es Weihnachten und ich kam in ein anderes Headquarters und wurde über das Attentat auf General EISENHOWER befragt, welches Skorzeny plante. Von Versailles kam ich nach Reims. In Reims sprach ich mit einem amerikanischen und einem britischen Captein ungefähr  – –  es waren ungefähr 3 Wochen.
Ich habe ihnen meine Angelegenheiten erzählt und sie schenkten mir Glauben, sie glaubten nur nicht das ich ein Deutscher Offizier bin. Sie sagten mein Soldbuch sie eine Fälschung und dann wurde ich einvernommen und konnte beweisen das ich der Mann bin, dem dieses Soldbuch gehört und dann arbeitete ich. Ich habe gearbeitet; Ich habe allein gearbeitet. Ich bekam Papiere und Pläne, Landkarten und arbeitete für den MIC, ungefähr drei Strassen und die Unterstände und andere Sachen, die im Rheinland waren; und von Reims kam ich mit einem britischen und amerikanischen Captain nach Reven und hatte auch dort Arbeit und dann hatte ich – –  der Captain sagte, das ich sein Vertrauen habe und dass ich mit ihm arbeiten solle, die Mordtaten der SS-Leute ausfindig zu machen und dann habe ich einige SS-Leute bekommen und habe sie vernommen und habe dem Captain wahrheitsgemäss berichtet.“ 
Frage:
„Wurden infolge oder als Belohnung für ihre Informationen Ihnen in dieser Zeit, die Sie mit dem MIC zugebracht haben, irgendwelche Versprechungen oder stillschweigende Versprechungen gemacht?“
Die Antwort des Angeklagten:
„Sie sagten mir das ich vor Gericht kommen würde, das meine Unterlagen richtig sind, das dies bewiesen wurde und dass mein Fall in Ordnung ist. Ich war ein Kriegsgefangener und sollte meine Nummer bekommen, eine Kriegsgefangenennummer.“
Eine weitere Aussage des Angeklagten ist zumindest erstaunlich zu nennen.
„Einige meiner Freunde waren an dem Attentat auf Hitler beteiligt. Bezüglich der Namen und dem entsprechenden Beweis will ich sagen, das ich die Namen bei dem MIC angegeben habe“.
Es ist schon reichlich schwer in den Aussagen von Günther Schulz Wahrheit und Dichtung von einander zu trennen. Das Gericht hat seinen Aussagen allerdings keinerlei Achtung geschenkt. Welche Namen und vor allem welche Beweise Leutnant Schulz dem MIC vorgelegt hat ist unbekannt. Nachdem der Anwalt von Leutnant Schulz die Befragung beendet hat übernimmt der Ankläger die Befragung des Angeklagten in einem Kreuzverhör. Der Ankläger bezweifelt, dass Leutnant Schulz zu den Amerikanischen Streitkräften überlaufen wollte, sowie er das mehrmals während der Befragungen behauptete.
„F: Nachdem Sie durch die deutschen Linien durchwaren und von den eigenen Soldaten weg, was hat Sie davon abgehalten, die deutsche Kleidung anzuziehen und sich dem ersten amerikanischen Soldaten, den Sie sahen , zu übergeben?“
„A: Ich hatte meine Feldjacke an, was die deutsche Uniform darstellte und drunter die amerikanische Uniform.“
„F: Was hat sie daran gehindert, die deutsche Kleidung, die sie in dem Auto hatten, anzuziehen und sich dem erstbesten Soldaten der amerikanischen Armee zu übergeben?
„A: Der Angriff der deutschen Streitkräfte richtete sich gegen Malmedy und ich glaube, die deutschen Truppen sind in Malmedy durchgebrochen, aber wenn ich mein Auto durch die Bulge durchgebracht hätte, hätte ich meine Informationen bekommen können für das Haptquartier, es wäre in Ordnung gewesen.“
„F: Was hat Sie davon abgehalten, diese deutschen Kleider anzuziehen und sich am folgenden Tag in Verviers zu übergeben?
„A: In dem Fahrzeug hatten wir Feldjacken an.“
Dergleichen Fragen wurden dem Angeklagten mehrmals gestellt.
Es gab in den Augen des Anklägers noch einige Situationen mehr, in denen der Angeklagte sich ohne weiteres den amerikanischen Streitkräften hätte stellen können.
Nachdem der Ankläger seine Befragung beendete, folgte eine Befragung des Angeklagten vom Gericht.
Nach den ersten Fragen des Gerichts erbat der Angeklagte sich äussern zu dürfen.
Das Gericht lies dieses zu und Leutnant Günther Schulz legte eine, es war die letzte, Erklärung ab:
„Ich habe Dinge mittels welcher ich beweisen kann das meine Sachen – als ich in die amerikanischen Linien gehen wollte. Ich bin 5 Monate in einem amerikanischen Gefängnis gewesen und habe mit allen Leuten gesprochen, mit den Leuten, die mich einvernommen haben und mit denen ich zusammengearbeitet habe. Sie sagten mir , nachdem ich Arbeit geleistet hatte, dass ich die Wahrheit gesagt habe, dass alle Einzelheiten von den Amerikanern bewiesen worden seien und ich wollte sagen, dass ich für die Amerikaner arbeiten und alles tun werde, für amerikanische Sachen und es wurde gesagt, wenn ich nach Deutschland kommen werde, werde ich die Leute einvernehmen, die etwas ungesetzliches gemacht hatten, und ich war glücklich, dass nach der Friedensschliessung alle Leute Deutschlands werden arbeiten können und wir alles für die Amerikaner werden tun können, die uns befreit haben.“
„Das ist alles was ich über diese Sache zu sagen habe.“
Soweit die deutschsprachige Übersetzung des Protokolls. Übersetzt wurde das Schriftstück von: Weissova.  Weitere verwendbare Angaben fehlen.

Die Verlobte
Zum Zeitpunkt seiner Gefangennahme war Leutnant Günther Schulz verlobt. Seine Verlobte Ruth, sie soll hier nur beim Vornamen genannt werden, hat spätestens im Dezember 1945 vom Tod ihres Verlobten erfahren. Die damalige Verlobte hat nach dem Krieg geheiratet und eine Familie gegründet. Sie ist 2010 verstorben.

Drei Briefe aus Braunschweig
Aus dem Nachlass des Vaters von Günther Schulz stammen unter anderem drei handschriftliche Briefe von Pfarrer Walter Freise (Ev. Luth. Pfarramt St. Petri, Braunschweig). Der erste Brief, vom 9. Dezember 1945 ging damals offensichtlich an seinen Kollegen in Neuss. In dem kurzen Schreiben heißt es:
„Der Leutnant Günther Schulz ist durch ein amerikanisches Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 14. Juni mit 5 Kameraden gestorben. Er wurde erschossen. Er starb als deutscher Offizier. Seine letzten Worte waren: „Ich bin unschuldig – Ich weiss nicht warum ich sterben muss. Ich sterbe für Deutschland“.
Der Pfarrer beendet sein Schreiben mit einer Bitte: „Das beiliegende Halstuch soll seiner Braut übergeben werden“.

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Pfarrer Freise: “An der Richtstätte habe ich sie alle gesprochen”.

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Den zweiten Brief hat Pfarrer Freise am 26.12.1945 an die Verlobte von Günther Schulz gerichtet. Dem Inhalt nach ist dies der erste direkte Kontakt zwischen dem Pfarrer und der Verlobten. In dem Brief beschreibt Pfarrer Freise wie er die Geschehnisse erlebt hat.

„Sehr geehrtes Fräulein   …..  !

In herzlichster Anteilnahme grüsse ich Sie.
Am 13. Jun wurde ich zum Gefängnis gerufen. Dort erfuhr ich, das am 14. Juni  6 deutsche Soldaten erschossen werden sollten. Ich suchte sie in ihren Einzelzellen auf. Ihr Verlobter war ruhig und gefasst. Er bat mich, mit ihm zu beten.
Am nächsten Morgen waren diese 6 Unglücklichen schon fort. Ich fuhr den Amerikanern hinterher. An der Richtstätte habe ich sie alle gesprochen. Ich geleitete jeden zum Pfahl. Ich sprach zuletzt mit Ihren Verlobten. Er starb als tapferer deutscher Offizier. Er trug mir Grüsse auf. Seine letzten Worte waren:
„Ich bin unschuldig“. Wortlos hauchte er seinen letzten Atemzug aus. Er war sofort tot. Am 18. Juni beerdigte ich die Opfer auf dem hiesigen evangelischen Hauptfriedhof. Sein Grab ist in der Abteilung 13 III. Klasse Nr. 621. Er bat um ein Kreuz für sein Grab. Gott tröste Sie und gebe Ihnen Kraft!“

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Pfarrer Walter Freise: “Ich geleitete jeden zum Pfahl”

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Der dritte Brief von Pfarrer Freise ist ebenfalls an die Verlobte von Gunther Schulz gerichtet, datiert ist der Brief am 09.01.1946. Es geht in dem Brief darum, dass die Verlobte nach Braunschweig kommen will. Der Pfarrer schreibt darüber hinaus, dass eine Überführung möglich ist, er nennt auch den Namen eines Bestattungsunternehmen in Braunschweig. Somit wissen wir, dass die Familie doch recht schnell über den Tod von Leutnant Günther Schulz informiert war.
Viel später soll noch ein Päckchen mit den Habseligkeiten des Hingerichteten an dessen Verlobte gegangen sein. Eine Freundin der damaligen Verlobten von Günther Schulz wusste zu berichten, dass es ein Päcken mit persönlichen Sachen von Günther Schulz gab. Es war bereits nach 1969, als Ruth ihrer Freundin das Päckchen zeigte. Die Verlobte von Günther Schulz wusste zu dem Zeitpunkt als sie das Päckchen bekam, dass ihr Verlobter sich freiwillig gemeldet hatte, um über Feindesland mit dem Fallschirm abzuspringen.

Hier bemerken wir nun, dads es ein Defizit gibt zwischen dem, was Angehörige und in diesem Fall die Verlobte wussten, und was sich tatsächlich in den Ardennen abgespielt hat. Denn, wie wir heute wissen, wurde Leutnant Günther Schulz nicht als Fallschirmspringer gefasst. Günther Schulz war im Team von Manfred Bronny, Hans Reich und Karl-Heinz Weisenfeld. Das Team wurde am 19.12.1944 in Lüttich (Luik) gefasst, in einem Jeep.

Die Abschiedsbriefe
Aus dem Nachlass von Heinz Schulz stammt der Abschiedsbrief seines Sohnes. Der Abschiedsbrief, sowie die Briefe von Pfarrer Freise wurden mir übergeben. Im Archiv des Roten Kreuz in Genf liegen sowohl der Brief, den Günther Schulz an seinen Vater richtete, als auch der Abschiedsbrief, der an die Verlobte gerichtet war. Das lässt den Schluss zu, dass die Abschiedsbriefe zusammen mit dem Totenschein verschickt wurden. Es muss davon ausgegangen werden, dass es über Jahre gedauert hat bis die Abschiedsbriefe den Vater und die Verlobte erreichten, zu einem Zeitpunkt als diese schon längst vom Schicksal des Sohnes und des Verlobten erfahren hatten. Da Pastor Freise die Angehörigen ja sehr schnell informiert hatte. Der Totenschein wurde am 6. August 1947 abgestempelt der Poststempel auf dem Briefumschlag der Deutschen Dienststelle zeigt den 15.2.1948.

Aus dem Abschiedsbrief an den Vater geht hervor, dass es wohl schon länger keinen Kontakt zwischen Vater und Sohn gegeben hat, weil auch der Vater in den Krieg gezogen war. Eine Überprüfung der Daten von Heinz Schulz hat ergeben, dass dieser am 24.02.1941 aus der Sanitätskompanie 227 entlassen wurde, ein Grund wurde nicht angegeben. Er muss allerdings wieder einberufen sein, denn laut Meldung vom 10.02.1945 war Heinz Schulz bei der 2. Kompanie Festungs-Pionier Bataillon 53. Am 17.08.1945 wurde er von einer britischen Entlassungsstelle registriert. Von der Kriegsgefangenschaft selber liegen der Deutschen Dienststelle keine Unterlagen vor.

Der Abschiedsbrief aus dem Nachlass von Heinz Schulz wird seit Jahrzehnten in einer Hülle aufbewahrt, dort soll er vorerst bleiben. Allerdings werde ich den Brief doch einmal einem Fachmann vorlegen. Der Brief weist nämlich einen roten Stempel “Photocopie” auf. Handelt es sich nun bei diesem Brief um eine Kopie? Die Fotokopie (ein Negativ der Briefe) aus dem Archiv des Roten Kreuz weisen keinen Stempel auf. Beide Fotokopien weisen allerdings eine andere Besonderheit auf. Rechts oben in der Ecke steht “RAO USD 23”. Diese Notiz wurde nicht nachträglich auf die Kopie geschrieben sondern wurde mit kopiert. Was es damit auf sich hat ist bisher ungeklärt. Allerdings hat nachfragen beim Roten Kreuz wenig Sinn, da es bis zu einem Jahr dauern kan bis von dort eine Antwort kommt.

Hier nun kommentarlos die beiden Abschiedsbriefe:

„Braunschweig den 13.06.1945

Mein lieber Vater !

Du warst auch Soldat und zum Dritten Mal in diesem letzten Krieg. Wo magst Du sein? Ich weiss nichts von Dir! Mein Vater ! Dieses ist mein letzter Brief. Ich bin zum Tode verurteilt. Mach’ dir keine Sorgen um mich. Lass Dir von deinem Sohn unter Gottes Eid schwören, dass ich dein Günther unschuldig bin. Der Herrgott wird nicht schweigen Vater! Ich danke Dir für all’ deine Liebe und Güte. Du machtest mir das Leben schön – Der unselige Krieg brachte mich fort von Dir. Und nun bleibt mir nur eines, mein lieber guter Vater. Dir zu sagen: Jahre Leid, Jahre Glückseligkeit –  Ganz gleich, Du mein lieber Paps warst mein bester  Kamerad – mein Vater. Sorge Dich um meine Ruth! Sie ist mein ein und alles! Kameraden und Leute, die mit mir zusammen waren werden zu Dir kommen und Dir von meinem Schicksal berichten. Denke stets an mich. Du kennst mein Herz und meine Gedanken. Vor Dir kann ich auch bestehen. Das einzigste was mich alles ertragen lässt, ist der Gedanke – einmal muss der Mensch  ja doch sterben. Doch ich weiss ja nicht warum! Als Offizier stehe ich fest und grade. Ich bin ja dein Sohn und darauf bin ich stolz! Ich grüsse Dich in Hochachtung  und Liebe!
Dein getreuer Sohn Günther“

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Abschiedsbrief an den Vater in der Hülle in der die Familie den Brief über
Jahrzehnte aufgehoben hat. Quelle: W. Stienes.

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„Braunschweig den 13.06.1945

Meine unsterbliche Liebe!

Dieser Brief der erste nach fast 8 Monaten soll mein allerletzter sein. Viele Menschen werden Dich besuchen und Dir von meinem Schicksal berichten. Vor Gott bin ich unschuldig. Ich weiss nun gar nichts von Dir, Liebling. Hoffentlich hasst Du meine Benachrichtigungen auch erhalten ! Alle Zeit, die Zeit der Kriegsgefangenschaft, habe ich überstanden –  Du warst auf allen Wegen bei mir – auch auf meinem letzten steht Dein liebes Angesicht ganz nah vor mir. Unsere Zukunft auf Erden ist nun nicht in Erfüllung gegangen aber ich weis – beim Allmächtigen, dort sehen sich alle Menschen wieder – Auch Du und ich. Hab‘ Dank für all‘ die Jahre voller Liebe und Sonnenschein. Du allein weisst wie ich denke und fühle. Du allein kennst mein innerstes Herz. Behalte mich stets in deinem Herzen. xxx,- Dein Verlobter, ich sterbe nicht für eine Idee, ich muss sterben durch menschliches Gesetz. Glaube mir, mein Sonnenschein, ich werde vor dem Gottesgericht bestehen. Ganz nah seh‘ ich Dich vor mir, schaue tief in deine schönen, blauen Augen und küsse Dich endlos ganz fest bin ich so in unserer unsterblichen Liebe, wie wir sie immer genannt haben. Nun wird sich’s erweisen. Ich bin Deins – über den Tod hinaus klingen meine Worte zu Dir : Meine Liebe Frau !  Du allein warst die Erfüllung meines Lebens ! Leb‘- wohl – Vergissmeinnicht: Küsschen !
Dein treuer Verlobter. Günther“

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Record Group 111: Records of the Office of the Chief Signal Officer, 1860 – 1985. Quelle: National Archives

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Stadtarchive Braunschweig und Neuss
Es liegen zwei Sterbeurkunden vor. Eine Urkunde aus dem Stadtarchiv Braunschweig, 2507/1945, als Sterbedatum wird der 14.06.1945 genannt. Die zweite Urkunde liegt im Stadtarchiv Neuss, 928/1947. Auf der Sterbeurkunde in Neuss wird als Todestag der 15. Juni 1945 genannt.
Wir wissen aber aus den Briefen von Pastor Freise, dass Günther Schulz mit Sicherheit am 14.06.1945 hingerichtet wurde. Die Hinrichtung(en) fand(en) in einer Kiesgrube zwischen Denstorf und Wedtenstedt statt. Heute ist die Kiesgrube voll Wasser. Auf Satellitenfotos kann man die Grube leicht finden, sie liegt an der rechten Seite wenn man von Denstorf in Richtung Wedtenstedt geht.
Im Buch „Braunschweig zwischen Krieg und Frieden“ (ISBN: 3926701226) werden die Hinrichtungen von Heinz Petry und Josef Schöner beschrieben. Die beiden jungen Männer wurden am 01.06.1945 an der gleichen Stelle hingerichtet, an der auch Günther Schulz starb. Von der US-Army wurde der Braunschweiger Standesbeamte Wilhelm Adenstedt als Zeuge hinzu gezogen. Alle Sterbeurkunden der Hingerichteten bei Denstorf wurden auf mündliche Anzeige des Standesbeamten Adenstedt ausgestellt.
Die fünf Kameraden die laut Pastor Freise zusammen mit Günther Schulz starben waren:  Karl Zimmermann, Otto Teuteberg, Heinrich Rohlfing, Curt Bruns und Hans Becker. Alle Sterbeurkunden liegen im Braunschweiger Stadtarchiv. Von den Männern verfasste Abschiedsbriefe dürften im Archiv des Roten Kreuz in Genf liegen.
Der Heimatpfleger der Stadt Vechelde zu der auch der Ort Denstorf gehört, hat bei der Friedhofsverwaltung in Braunschweig über den Verbleib der Gräber recherchiert. Da keiner der Hingerichteten bei der Kriegsgräberführsorge bekannt war, mussten die Leichname anderweitig bestattet worden sein. Keines der ursprünglichen Gräber auf dem Braunschweiger Zentralfriedhof existiert heute noch. Die meisten sterblichen Überreste wurden nach Exhumierung eingeäschert.  Joseph Schöner wurde nach seinem Tod sofort auf dem Katholischen Friedhof von Braunschweig beigesetzt. Das Grab existiert heute ebenfalls nicht mehr. Becker und Zimmermann blieben auf dem Zentralfriedhof, bis zur Einebnung der Gräber. Ob die Urnen aller Eingeäscherten in deren Heimatorte überführt wurden, wie es im Fall Günther Schulz geschah, wurde nicht recherchiert. Bekannt ist nur, dass die Leichnahme von Heinz Petry und Heinrich Rohlfing 1948 bzw. 1950 exhumiert und in ihren Heimatorten überführt wurden um dort bestattet zu werden.

Deutsche Dienststelle (WASt)
Bei der Deutschen Dienststelle sind keine zusätzlichen Informationen zu dem Gerichtsverfahren oder der Hinrichtung von Günther Schulz vorhanden. Allerdings liegt aus Familienbesitz die Benachrichtigung der Deutschen Dienststelle an dem Vater von Günther Schulz vor.

Der Brief an Heinz Schulz mit der offiziellen Todesnachricht seines Sohnes wurde in Berlin am 15.02.1948 abgestempelt. Laut Karte beinhaltete der Brief auch den Totenschein des Roten Kreuz in Genf. Dieser Schein ist aber verloren gegangen.

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Brief mit offizieller Todesnachricht seines Sohnes, an den Vater von Leutnant Günther Schulz.
Der dazu gehörende Totenschein (RAD-94327) vom Roten Kreuz in Genf ist verloren gegangen.
Quelle: © Wolfgang Stienes.

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Aus dem Nachlass von Heinz Schulz. Der Freispruch muss
für viele Angehörige ein Schlag ins Gesicht gewesen sein.

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Auskünfte des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) in Genf
(International Committee of the Red Cross, ICRC)

Die RAD-Nummer lautet 94327.

Der Schein wurde am 6. August 1947 unterschrieben und abgestempelt von Charles G Lauer US WD CIVILIANS DIRECTOR PWIB. Der medizinische Offizier, der das Death Certificate signierte, war Lt.Col.MC. William H. Brien (0429723). Der dritte, der das Dokument signierte war Colonel, Infantry, Provost Marshal Robert C. Andrevs.

Die Hinrichtung wurde am 10 Juni 1945 autorisiert vom Hauptquartier der Neunten US-Armee.

Betreff des Verbleibs des Leichnams, der Grablage und der persönlichen Gegenstände, wird nach dem Direktor des Stadtgefängnis in Braunschweig , Franz Tatloff verwiesen.

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Das Grab der Familie Schulz, auf dem Neusser Friedhof. Hier wurde die Urne von Leutnant Schulz 1948 bestattet.
Foto: © Wolfgang Stienes.