.

NamePernass
VornameManfred Franz Joachim
RufnameManfred
RangUnteroffizier
Alias Rang / NameClarence von der Wert
Geboren03.08.1921 in Gollnow (Pommern)
Gestorben / Hingerichtet23.12.1944 in Henri-Chapelle, Belgien
Grablage
.
Erstbestattung in Henri-Chapelle/Belgien.
Später umgebettet auf die Deutsche Kriegsgräberstätte Lommel/Belgien, Block 24 / Grab 472.
Erkennungsmarke-724- 6./Kf.Ers.Abt.3
TeamkameradenGünter Billing, Wilhelm Schmidt
Datum & Ort Gefangennahme18.12.1944 in/bei Aywaille
AuszeichnungenK.A.
Letzte EinheitPanzerbrigade 150 Einheit Stielau / Stab Solar
VaterWilli Herman Pernass, geb. in Berlin
Rufname, VaterWilli
Beruf, VaterStadtkämmerer
MutterCharlotte Anna Pernass, geb. Ulrich, geb. in Stassfurt (Sachsen-Anhalt)
Rufname, MutterCharlotte
Beruf, MutterHausfrau

.
NSDAP
In der NSDAP-Mitgliederkartei im Bundesarchiv Berlin (BArch) aus den Beständen des ehemaligen Berlin Document Centers (BDC) konnten die Mitgliederkarten der Familie Pernass festgestellt werden.

Willi Pernass Eingetreten am 01.08.1932 Mitgliedernummer 1229398
Charlotte Pernass Eingetreten am 01.01.1933 Mitgliedernummer 1460916
Manfred Pernass Eingetreten am 01.09.1939 Mitgliedernummer 7142855

Die Mitgliedschaft bei der NSDAP von Manfred Pernass wurde am 28.05.1939 beantragt.

Auf den Karten seiner Eltern fehlt die Information zum Antrag auf Eintritt.

Die Eltern von Manfred  Pernass waren aktiv in der Partei tätig. Da es über den politischen Weg von Manfred Pernass so gut wie keine Informationen gibt, soll der politische Weg der Eltern etwas näher beleuchtet werden.  Seine Mutter, Charlotte Pernass war vom 01.01.1933 bis 01.06.1936 Ortskassenverwalterin der NS-Frauenschaft in Wusterhausen / Dosse. Vom 01.06.1936 an war sie Amtswalterin in der NS-Frauenschaft in Wusterhausen Dosse. Wie so oft gibt es in den Unterlagen geringfügige Abweichungen bei den Daten. Auf einem Formular der NSDAP Unterlagen aus dem Potsdamer Archiv hat Charlotte Pernass ihre Arbeit als Ortskassenverwalterin der Partei am 01.01.1933 begonnen, auf einem weiteren Formular wird der 01.02.1933 genannt. Solche Abweichungen bei einzelnen Daten sind allerdings nichts Ungewöhnliches und finden sich immer wieder mal. Ahnenforscher wissen wovon die Sprache ist. Willi Pernass war seit dem 01.02.1933 der Kassenleiter der NSDAP Ortsgruppe Wusterhausen / Dosse. Am 01.08.1942 wurde, vom Ortsgruppenleiter der NSDAP für das Ehepaar Pernass ein Antrag auf Erwerb der Dienstauszeichnung der NSDAP, für 10 jährige Tätigkeit eingereicht. Die Angaben zu den Tätigkeiten innerhalb der Partei stammen aus diesen Anträgen. Die Anträge wurden allerdings zurückgeschickt weil die Anträge für die Dauer des Krieges von Seiten der Reichsleitung nicht mehr bearbeitet werden konnten.

Es gab nur einen Hinweis hinsichtlich Aktivitäten von Manfred Pernass innerhalb der NSDAP. Gemeint ist hier ein Schreiben an Schuldirektor Wegener. Direktor Wegener bekam ein Schreiben in dem der Ortsgruppenleiter um Urlaub für Manfred Pernass bat, weil Manfred Pernass als Marschteilnehmer für den Reichsparteitag 1938 vorgesehen war.

Manfred Pernass war grade 17 Jahre alt geworden. Wer Direktor Wegner war konnte nur nach einem Hinweis aus der Bevölkerung von Wusterhausen geklärt werden. Direktor Richard Wegener war von 1933 / 1948 Direktor der Jahnschule in Kyritz. Es war nicht einfach Brauchbares aus Wusterhausen zu erfahren. Vieles ist in Vergessenheit geraten, oder es wurden bisher einfach nicht die richtigen Leute gefunden. Deshalb kam es im Fall Pernass zu einer engen Zusammenarbeit mit dem Rechtsnachfolger der Familie von Manfred Pernass. Es wurde eine Recherche im Brandenburgischen Landesarchiv in Auftrag gegeben. Unterlagen die bei der Recherche im Landesarchiv, in Potsdam ans Tageslicht kamen zeigen eine höchst brisante Lage  in der damaligen politischen Landschaft von Wusterhausen. Teilweise lesen sich die Unterlagen wie die Vorlage eines Lustspieles. Allerdings mit brandgefährlichem  Zündstoff. Dabei wurden nur die Unterlagen rausgesucht die unmittelbar mit Mitgliedern der Familie Pernass in Zusammenhang stehen. Die Geschichte von Wusterhausen/ Dosse  und der NSDAP war im Zusammenhang mit dieser Recherche  zweitrangig. Die wenigen Unterlagen reichen aber vollkommen aus, um einen Geschmack auf das zu bekommen was zu dem Thema Wusterhausen und der NSDAP noch im Potsdamer Archiv schlummert. Das Gerangel, bis weit unter die Gürtellinie, zwischen Mitglieder der SA einerseits und NSDAP Ortsgruppenleiter Köhler der gleichzeitig Bürgermeister war und Willi Pernass anderseits, finden hier weiter keine grosse Beachtung, da Willi Pernass wohl nur eine Nebenrolle in diesem Stück aus dem Tollhaus zu spielen scheint. Jedenfalls sieht es so aus, als wenn Willi Pernass bis zu seinem plötzlichen Herztod, am 05.02.1944 seine Ämter wie bisher geführt hat.  Wichtiger als die Bespitzelung von Bürgermeister Köhler durch einen namentlich genannten V-Mann der SA, erscheint der Werdegang des Vaters eines der drei bekanntesten Kommando-soldaten der Operation Greif.

Der Werdegang von Willi Pernass lässt die Vermutung zu, dass dieser seinen Sohn Manfred erzieherisch auf ein Leben im Geiste Adolf Hitlers vorbereitet hat.

In einem Briefwechsel, der über einen längeren Zeitraum ging,  zwischen Landratsamt, dem Regierungspräsidenten in Potsdamm und Bürgermeister Köhler ist der Werdegang von Willi Pernass beschrieben. In dem Briefwechsel geht es um eine höhere Besoldungsklasse für den Stadthauptkassenrendant Willi Pernass. Der Werdegang von Willi Pernass wird wie folgt dargestellt:

1910 Willi Pernass schlägt die Verwaltungslaufbahn ein.
1914 Als Freiwilliger zieht Willi Pernass in den 1. Weltkrieg.
1916 Anfang des Jahres kehrt Willi Pernass als Schwerkriegsbeschädigter  zurück.
1919 Willi Pernass bekam seine erste Anstellung als Beamter. Steuersekretär und Stadtkassenrendant der Stadt Gollnow (Pommern).
1922 Ab 01.04 war Willi Pernass Stadtkassenrendant der Stadt Wusterhausen/ Dosse.
1928 Willi Pernass führte nachdem der Stadtobersekretär in Rente ging praktisch die gesamten Polizei- und Verwaltungsgeschäfte mit.
1932 Köhler (Gruppenleiter der NSDAP) übergab Willi Pernass am 01.08.das Amt des Kassenleiters der Ortsgruppe Wusterhausen/Dosse. Am selben Tag wurde Wilh Pernass Mitglied der NSDAP.
1934 Am 25.02. wurde Willi Pernass in Frankfurt Oder vom Gauleiter der Kurmark auf den Führer vereidigt.  Am 01.07: der Bürovorsteher wurde entlassen, bekam W. Pernass, von Köhler, neben der Führung der Kämmererkasse die gesamten Dienstgeschäfte der der Verwaltung als Bürovorsteher übertragen. Willi Pernass ist nun Kämmereikassemendant und Bürovorsteher der Verwaltung.
1935 Köhler verleiht, auf Vorschlag der Gemeinderäte am 09.04 W.Pernass die Amtsbezeichnung Kämmerer
1937 Willi Pernass ist nun Stadthauptkassenredant. Bürgermeister Köhler weist in seinem Brief vom 13.02.1937 daraufhin das W. Pernass weit über die Grenzen von Wusterhausen bekannt und tätig ist.  Zum Beispiel ehrenamtlich als Prüfungsbeamter beim Gemeindeprüfungsamt Neuruppin. Willi Pernass ist Kreisrevisor für den Kreis Ruppin.

.
Ausbildung
Im Eintrag des Wusterhausener Sterbebuchs, dessen beglaubigte Abschrift als Kopie vorliegt, wird als Beruf „Schüler“ angegeben. Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam fand sich ein Schreiben vom 25. August 1938. Direktor Wegner, er möge Manfred Pernass vom 7. – 15. September beurlauben da dieser als Marschteilnehmer für den diesjährigen Reichsparteitag vorgesehen ist.

Erst der Hinweis von einer Bürgerin von Wusterhausen brachte Licht ins Dunkel. Dr. Richard Wegener war Direktor der Jahnschule in Kyritz (1933 – 1948). Von 1926 – 1937 war dort die Staatliche Aufbauschule (Jahn-Schule), von 1938 an die Jahn-Schule – Kyritz. Oberschule für Jungen in Aufbauform. Heute ist es das Friedrich Ludwig Jahn Gymnasium. Es liegt an der Perlebergerstrasse in Kyritz.

.

Meldung vom 09.12.19396./Kraftfahr-Ersatz-Abteilung 3 PerlebergErkennungsmarkenausgabe
Meldung vom 13.03.19402./Kraftfahr-Ersatz-Abteilung 23Abgang zur Panzerabwehr-Abteilung 234 Einsatzraum: Norwegen (Ab Mai)
Meldung vom 04.11.1941Panzerjägerabteilung 234
Dgd.: Gefreiter
Einsatzraum: Finnland (Swir)
Meldung vom 26.10.1942Stab Panzerjäger-Abteilung 234Abgang zur Nachrichten-Dolmetscher-Ersatz-Abteilung Meissen
Meldung vom 18.11.19423./Nachrichten-Dolmetscher-Ersatz-Abteilung Meissen
Meldung vom 16.10.19433./Nachrichten-Ausbildungs-Abteilung 4 DresdenZugang von vorgenannter Einheit
Meldung vom 12.05.19442./Nachrichten-Abteilung 88
Einsatzraum: Nordukraine
Zugang von vorgenannter Einheit
Meldung vom 02.10.1944
(letzte Meldung)
2./Nachrichten-Abteilung 88Abgang zur Nachrichten-Ersatz-Abteilung 4

.

Bei der Deutschen Dienststelle ist weiter nur bekannt, dass Manfred Pernass am 23.12.1944 als Unteroffizier der Einheit Panzerbrigade 150 gefallen sei.

Laut eigener Aussage (First Army PWI Report No. 17 19-20 Dec.) war Manfred Pernass Mitglied der 3. Kompanie der 4. Nachrichten-Ersatz-Abteilung (Chemnitz), ehe er Mitglied der Kommandokompanie (Einheit Stielau) wurde.

.
Bei der Deutschen Dienststelle ist für Manfred Pernass ein Lazarettaufenthalt verzeichnet.

Am 04.11.1941 im Feldlazarett A 32, wegen Erkrankung. Der Zugang erfolgte von der Krankensammelstelle. Der Abgang wurde nicht verzeichnet.

.
Die Familiegeschichte
Die Familie Pernass wohnte zunächst am Markt 20 in Wusterhausen Dosse.
Die Anschrift änderte sich zwischen 1933 – 1939 in Adolf Hitlerplatz 20. Danach wurde der Name in Roter Platz geändert,  diese Adresse ist der Sterbeurkunde von Manfred Pernass zu entnehmen, die am 14.08.1949 im Sterbebuch von Wusterhausen eingetragen wurde. Das gleiche Haus, nur der Name des Platzes wurde geändert. Heute ist die Anschrift Am Markt 3. Normalerweise wäre die Adresse nicht nennenswert. Das 1764 gebaute Haus das sich die Familie Pernass zeitgleich mit anderen teilte ist allerdings kein gewöhnliches Haus. Es ist weit über die Grenzen von Brandenburg bekannt. Das unter Denkmalschutz stehende Herbst’sche Haus ist nun vollständig restauriert und für die Öffentlichkeit zugängig gemacht worden. Das Haus dankt seinen Namen dem Wusterhausener Kaufmann August Herbst, der das Haus 1917 kaufte. Heute beheimatet das Haus neben Tourismusinformation und Bibliothek, das Wegemuseum (Heimatmuseum) von Wusterhausen an der Dosse.

.

Das Ende von Manfred Pernass




.
US-Report über die Gefangennahme des Teams. Quelle: NARA, 498:245:box1283:folder December 12-31 1944.

.


.
Todesurteil. Quelle: BayHStA, Dachauer Kriegsverbrecherprozesse M1106 Fiche 18-Seiten 54-55

.

.
Manfred Pernass wird für seine Hinrichtung vorbereitet. Quelle: Internet.

.

.
Record Group 111: Records of the Office of the Chief Signal Officer, 1860 – 1985. Quelle: National Archives

.

.
US-Dokument der Übergabe des Leichnams, zwecks Bestattung. Quelle: Deutsche Dienststelle (WASt)

.

.
US-Dokument der Bestattung. Quelle: Deutsche Dienststelle (WASt)

.
Auskünfte des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) in Genf
(International Committee of the Red Cross, ICRC)

Der Totenschein beim Roten Kreuz in Genf ist dort unter RAD 93941 registriert.

Der Schein beinhaltet ansonsten keine Besonderheiten. Es fehlen wie bei Günther Billing die Angaben zur Gefangennahme.

.

.Deutscher Soldatenfriedhof Lommel, Belgien. Foto: © Wolfgang Stienes.

.


Deutscher Soldatenfriedhof Lommel, Belgien. Foto: © Rico Vogels.

.

Die Gräber von Manfred Pernass und seinen beiden Kameraden werden hin und wieder von Unbekannten geschmückt. In bestimmten Kreisen haben die drei noch heute Verehrer. Vermutlich dadurch bedingt das die Hinrichtung der drei sowohl gefilmt als auch fotografiert wurde und so im Internet einem breiten Publikum zugängig gemacht wurde. Die Umstände die zum Tod der Kommandosoldaten führten werden im Internet teils verklärt wiedergegeben. Die Behauptung das die Kommandosoldaten ermordet wurden ist völlig aus der Luft gegriffen. Alle Teilnehmer an dem Unternehmen wussten was ihnen blüht wenn sie in Uniform der US-Army erwischt werden. Dazu kommt das die Soldaten die Möglichkeit hatten einen Rückzieher zu machen. Mann könnte das Ganze auch umdrehen und fragen was die Wehrmacht mit einem US-Soldaten in Wehrmachtuniform gemacht hätte?