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NameKrause
VornameArno
RufnameArno
RangLeutnant
Alias Rang / NameCalvert Joseph Kensey
Geboren20.06.1920 in Gross Dirschkeim (Ostpreussen)
Gestorben / Hingerichtet30.12.1944 in Henri-Chapelle (Belgien)
Grablage
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Erstbestattung in Henri-Chapelle (Belgien). Später umgebettet auf die Deutsche Kriegsgräberstätte Lommel (Belgien), Block 18 / Grab 460.
Erkennungsmarke-28- Ln.Kp.Flughafenber.Hgb. [4]
Gruppe (2 Teams, genaue Einteilung unbekannt)Horst Görlich, Rolf Meyer, Erhard Miegel, Robert Pollack, Günther Schilz, Dietrich Wittsack
Datum & Ort Gefangennahme23.12.1944 ca. 02.30 Uhr, in/bei Géromont nahe Malmedy (Belgien)
AuszeichnungenK.A.
Letzte EinheitPanzer-Brigade 150 Einheit Stielau / Stab Solar
VaterGustav Krause, geb. in Grünhagen, Kr. Pr. Holland (Ostpreussen)
Beruf, VaterLehrer
MutterGertrud Krause geb. B, geb. in Jonken (Ostpreussen)
Beruf, MutterHausfrau

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Summary in English

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NSDAP
Im Bundesarchiv (BArch), dem ehem. Berlin Document Center (BDC) in Berlin, wird die Mitgliederkartei der NSDAP verwahrt. Laut Bundesarchiv waren alle Mitglieder der Familie Krause in der NSDAP.

BeantragtEingetretenMitgliedernummer
Gustav Krause01.05.193725.05.19375125505
NSLB*K.A.01.04.1933103317
Gertrud Krause01.05.193731.12.19375086731
Arno Krause01.09.193812.10.19387004565

*Nationalsozialistischer Lehrerbund

Ein seltsamer Umstand ist es, dass auf allen drei Mitgliederkarten das Datum der Aufnahme vor dem Datum des Antrags fällt. Da normalerweise der Antrag auf Aufnahme zuerst kommt, wurde der Fehler hier korrigiert.

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Ausbildung
Arno Krause war Schüler der NPEA (Nationalpolitische Erziehungsanstalt) in Stuhm. Im Volksmund wird sie auch Napola genannt. Auf der Mitgliederkarte der NSDAP steht als Berufsbezeichnung: Jungmann. Das war die offizielle Bezeichnung eines Schülers einer NPEA.

Bei der Suche nach Informationen konnte ein Vorstandsmitglied, der Kreisgemeinschaft Fischhausen e. V., behilflich sein. Es wurden sogar zwei Bilder, auf denen Arno Krause zu sehen ist, aufgetrieben. Ein Bild zeigt Arno Krause als Schüler der NPEA.

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Arno Krause (rechts) als Schüler der NPEA in Stuhm, ca 1936. Quelle: H. Meller

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Eine ehemalige Nachbarin aus Elchdorf erinnerte sich noch an die Familie Krause und konnte zu Arno Krause noch einiges berichten. Arno Krause hatte seine Hochschulreife erlangt, danach soll er mit einem Medizinstudium begonnen haben. Obwohl der Vater einen anderen Weg für seinen Sohn vorgesehen hatte. Er wurde zum Militär eingezogen und konnte dieses Studium nicht beenden.

Leider ist der Kontakt zu dieser ehemaligen Nachbarin vorzeitig abgebrochen.

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Nach Auskunft der Deutschen Dienststelle (WASt) war Arno Krauses Einheit laut Meldungen vom 02.07.1940 und 23.12.1944  die Luftnachrichtenkompanie des Flughafenbereichs Heiligenbeil. Einem weiteren Brief der Deutschen Dienststelle vom 05.12.2008 ist zu entnehmen, dass der letzte Truppenteil von Arno Krause das Fallschirmjägerregiment 13 gewesen sei. In einem weiteren Brief der Deutschen Dienststelle vom 13.02.2012 heisst es auf Nachfrage:

„Die amerikanischen Kriegsgefangenenunterlagen weisen aus das 13. Fallschirmregiment.“

Diese Unterlagen sind allerdings alles andere als zuverlässig. Es konnte bisher keine zweite Quelle gefunden werden die dies bestätigt. Zum Fallschirmjäger-Regiment 13 wurde in einem US-Army Report über die Gefangennahme von 5 Mitgliedern des Regiments berichtet. Es ist natürlich möglich das dieses später bei der Büroarbeit zu Verwechselungen geführt hat.

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Es gibt bei der Deutschen Dienststelle eine Aufzeichnung zu einem Lazarettaufenthalt.

Am 24.03.1941 kam Arno Krause wegen eines Leistenbruchs in das Reservelazarett Braunsbaag. Da es kein Reservelazarett mit dieser Bezeichnung gab muss es sich um Braunsberg / Ostpreussen handeln, was auch logisch wäre. Der Abgang aus dem Lazarett erfolgte am 16.04.1941 zur Luftnachrichten Kompanie Heiligenbeil.

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Die Familiengeschichte
In Familienbesitz befinden sich einige Briefe in denen über die Familie von Arno Krause berichtet wird. Die Familie lebte zuletzt in Elchdorf/ Ostpreussen. Kurz vor Einmarsch der Sowjets 1945, wurden die Eltern von Arno Krause tot auf dem Ehebett gefunden. Der erweiterte Suizid wird in mehreren Quellen genannt. In einem handgeschriebenen Brief, datiert vom 06.10.1964, beschreibt Frau Dehm das Auffinden der beiden Leichname.

“….Das ganze Dorf flüchtete in die Nacht vom 28.1 zum 29.1.45. Wir wohnten vom Dorf abgebant am Wald. Am 29.1.45 kam der Pole morgens und sagte das ganze Dorf ist leer. Krauses liegen im Schlafzimmer tot. Wir gingen sehen ob es stimmte. Frau Kraus hätte Würgemale am Hals Herr Krause erschossen. Am 30.1.45 Morgens 3 Uhr war der Russe da. Krauses sind hinterm Haus im Garten beerdigt. Am 6.2.45 mussten wir raus aus Elchdorf“.

Im Zusammenhang mit Arno Krause dürfte der wichtigste Brief vom 16.06.1949 sein. Dieser Brief stammt von einem Onkel der Rechtsanwalt war. Das dieser Onkel bei der Suche nach seinem Neffen Kontakt zu Teilnehmern des Kriegsverbrecherprozess in Dachau aufgenommen hat halte ich für durchaus möglich. Diesen Versuch hat damals auch ein Angehöriger eines anderen „Greif“ gestartet.

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Brief aus Familienbesitz. Quelle: Familienbesitz. * Mit Korczany war natürlich Otto Skorzeny gemeint.

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Am 28.06.1954 schreibt der Onkel von Arno das er in Belgien das Grab von Arno besucht hat. Zunächst wollte er nach Henri-Chapelle fahren. An der belgischen Grenze erfuhr er bereits das die deutschen Soldaten alle nach Lommel verlegt worden waren. In diesem Brief steht weiter nichts über Arno Krause.

Die Prozessakte
Im Besitz der Angehörigen von Leutnant Krause befindet sich eine, offenbar aus dem englischen, übersetzte und offensichtlich gekürzte Abschrift der Prozessunterlagen. Leider fehlen in der Übersetzung irgendwelche Stempel oder andere Hinweise die Rückschlüsse auf die Herkunft des Schriftstückes zulassen. Ein Begleitschreiben oder Briefumschlag wurden ebenfalls nicht überliefert.

Anhand der Grammatik kann man zu dem Schluss kommen das der übersetzte Text nicht von einem Deutschen geschrieben wurde. In den 10 Seiten finden sich auch Hinweise auf seine sechs Kameraden die mit Arno Krause gefangen genommen wurden. Auffallend ist das der Alias Name von Rolf Meyer in dieser „Akte“ erheblich von dem in anderen Quellen abweicht.

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Da die ursprüngliche Quelle des Prozessverlaufs unbekannt ist wurde nach weiteren Quellen bezüglich Einzelheiten der Gefangennahme der Gruppe von Lt. Arno Krause gesucht. Gefunden wurde eine kurze Beschreibung im Buch History of the CIC von John Mendelsohn (Siehe Allgemeine Informationen Horst Görlich). Dort wurde wenigstens ein Teil des beschriebenen Verlaufs der Ereignisse bestätigt. Der Verlauf der Gefangennahme wurde allerdings anders dargestellt.

Bestätigt wird im Buch von Mendelsohn das die sieben Soldaten zu Fuss unterwegs waren. Dort wird auch angegeben, dass es sich um das Auskundschaften der Artilleriegeschütze nahe Géromont handelt. Laut Mendelsohn soll es zu einem direkten Kontakt zwischen amerikanischen Artilleristen und den deutschen Kommandosoldaten gekommen sein. Es wird aber nicht vermerkt warum sieben Kommandosoldaten nötig waren um die US-Soldaten auszuhorchen. Wenn viele Einzelheiten zu dieser Gruppe auch zu passen scheinen, es gibt grade bei dieser Gruppe einzelne Punkte in den verschiedenen Unterlagen die zumindest Fragen aufwerfen.

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Auskünfte des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) in Genf
(International Committee of the Red Cross, ICRC)

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Grab Arno Krause, Deutscher Soldatenfriedhof Lommel (Belgien) 2012. Foto: © Wolfgang Stienes.