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NameGörlich
VornameHorst Ernst
RufnameHorst
RangObermachinist
Alias Rang / NameCalvert Walter Werge
Geboren27.05.1911 in Leipzig (Sachsen)
Gestorben / Hingerichtet30.12.1944 in Henri-Chapelle, Belgien
Grablage
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Erstbestattung in Henri-Chapelle/Belgien. Später umgebettet auf die Deutsche Kriegsgräberstätte Lommel/Belgien, Block 18 / Grab 456.
Erkennungsmarke0 97/40 ET.
Gruppe (2 Teams, genaue Einteilung unbekannt)Arno Krause, Rolf Meyer, Erhard Miegel, Robert Pollack, Günther Schilz & Dietrich Wittsack
Datum & Ort Gefangennahme23.12.1944 ca. 02.30 Uhr, in/bei Géromont nahe Malmedy
AuszeichnungenK.A.
Letzte EinheitPanzerbrigade 150 Einheit Stielau / Stab Solar
VaterErnst Walther Joseph Görlich, geb. in Sohrau (Oberschlesien)
Beruf, VaterApotheker
MutterAnna Görlich, geb. Weber, geb. in Kaiserswalde / Schluckenau (Böhmen)
Beruf, MutterZuletzt Buchhändlerin
EhefrauLina Auguste Nanny Görlich, geb. Weise, geb. in Steinthaleben (Thüringen)
Rufname, EhefrauNanny
Beruf, EhefrauHausfrau
Eheschliesung06.09.1939 in Leipzig
KinderKeine

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NSDAP
Beim Bundesarchiv  in Berlin konnte weder für Host Görlich noch für seine Ehefrau Nanny Görlich eine Mitgliedschaft in der Partei nachgewiesen werden. Eine Überprüfung der Eltern fand nicht statt.

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Ausbildung
Horst Görlich hat, so ist es den Meldeunterlagen aus Leipzig zu entnehmen, eine Schmiedelehre gemacht.  Nach  1927 ist er dann zur See gefahren. Glücklicherweise ist seine Seemannskartei größtenteils erhalten geblieben. Diese Kartei gibt uns nun Auskunft über seinen Werdegang und über die Fahrten die er gemacht hat.

Leider sind die Kopien der Mikrofilme teilweise so schlecht zu lesen dass die Handschriften nicht immer zu entziffern sind. Diese Stellen bleiben deshalb offen. Es werden auch nicht die einzelnen Fahrten aufgelistet sondern die Zeiträume in denen Horst Görlich auf ein und demselben Schiff gefahren ist. Es kommt nämlich vor dass Horst Görlich auf einem Schiff mehrere Fahrten hintereinander gemacht hat.

Seemannskartei

Angemustert für Schiff Dienstliche StellungZiel Zeitraum Heimathafen
OstseeJungmannLevante*19.03.1927
05.07.1927
Stettin
Emil KirdorfJungmannOstasien14.07.1927
17.12.1927
Hamburg
AdrianaJungmann 21.12.1927
26.03.1928
Hamburg
Günther Russ Nord/Ostsee05.04.1928
12.05.1928
Hamburg
August Schultze  22.05.1928
04.10.1928
Oldenburg
Nord Schleswig Mexico17.10.1928
10.01.1929
Hamburg
Nordatlantic Schwarze Meer09.02.1929
18.04.1929
Hamburg
Ditmar Koel**Jungmann/HeizerNord-Amerika/und Kiel-H. – N.Y.08.05.1933
31.07.1935
Hamburg
Delphin K.A.12.10.1935
??.12.1935
Altona
Niedersachsen***K.A.K.A.07.01.1936
08.02.1936
Bremerhaven
Friedrich Kahl***HeizerK.A15.02.1936
19.03.1936
09.08.1937
07.03.1938
Hamburg
Remscheid***HeizerK.A.08.05.1936
20.07.1936
Cuxhaven
Senator Mumssen***HeizerK.A.12.08.1936
21.11.1936
Cuxhaven
Baumwall***HeizerK.A.31.01.1937
26.07.1937
Cuxhaven
Ural***HeizerK.A.27.07.1937
02.08.1937
K.A.
Heinrich WesselhöftHeizerK.A.18.03.1938
24.10.1938
Hamburg
Ernst FlohrHeizerK.A.29.11.1938
05.09.1939
K.A.
Senator Sachse2. MaschinistK.A.04.07.1939
05.09.1939
K.A.

*     Levante nennt man in der Seeschifffahrt, die Länder des östlichen Mittelmeers.
**   Frachtdampfer
*** Fischdampfer

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Horst Görlich tat 1927 auf der Emil Kirdorf Dienst als Jungmann.
Emil Kirdorf (foto: Hans Hartz)

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Quelle:  Seemanskartei Knappschaft Bahn See.

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Die letzten Jahre war Horst Görlich in der Hochseefischerei beschäftigt. Die Namen der Reedereien geben darüber Auskunft. Beispielsweise fuhr die „Ural“ für die Reederei „Nordsee Deutsche Hochseefischerei“.

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Eine der Karten der Seemanskartei die auf Mikrofilm erhalten geblieben sind. Quelle: Knappschaft Bahn See.

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In der Seemannskartei von Horst Görlich sind zwei Eintragungen zu finden:

  1. 5 Monate lt. Verfg. 28.2.41
  2. Wehrdienst 1.2.40

Andere Hinweise zu seinem Militärischen Werdegang sind in der schwer leserlichen Kartei nicht zu finden.

Deutsche Dienststelle (WASt)

laut Meldung vom 07.02.1943Mienenräumschiff „25“
laut Meldung vom 23.12.1944Panzerbrigade 150

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Nach Angaben der Deutschen Dienststelle Berlin kam Horst Görlich am 07.02.1943 in das Kriegslazarett 1/509 Oslo. Der Grund: Ein Knöchelbruch rechts.

Der Abgang war am 20.03.1943 zur Frontstelle.

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Die Familiengeschichte
Der Vater von Horst Görlich starb recht früh. Der Vater der Apotheker von Beruf war ist in den Adressbüchern (online bis 1949) von Leipzig bis 1921 zu finden. Ab 1922 kann dort nur die Mutter von Horst Görlch mit einer Bäckereifiliale in der Dürenbergerstrasse nachgewiesen werden, die Anschrift findet sich auch auf den Meldekarten der Witwe und ihrer zwei Kinder. Ab 1929 hat es sich mit der Bäckereifiliale allerdings erledigt. Die Mutter zieht mit der Tochter in die Kuhturmstrasse. 1941 ist die Mutter von Horst Görlich dann zur Buchhändlerin geworden. Wie es dann genau mit der Mutter weiter geht wurde nicht recherchiert. Auf der Meldekarte wurde das Sterbedatum, 05.10.1940 angegeben. Ab 1942 wird dann auf der letzten Adresse der Witwe Anna Görlich die Schwester von Horst Görlich genannt. Die Schwester war zuletzt Buchhändlerin, sie verstarb 1982 unverheiratet u. Kinderlos.

Horst Görlich ist seit den 1920er Jahren etliche Male umgezogen. Das genau auseinander zu dividieren würde keinen Sinn machen. Durch Überprüfung einiger Adressen im Adressbuch von Cuxhaven ist aber klar, dass er dort zur Untermiete gewohnt hat. Eine Adresse gehört dem Seemannsheim in Cuxhaven. Die Umzüge haben gewiss mit der beruflichen Tätigkeit von Horst Görlich zu tun. Einige Umzüge nach Cuxhaven hat auch seine Frau mitgemacht den einige Umzüge in den hohen Norden sind auch auf Ihrer Leipziger Meldekarte zu finden. Sie verstarb 1986 in Leipzig. Das Ehepaar Görlich hatte keine Kinder.

Prozessakte Krause
Im Familienbesitz der Angehörigen von Arno Krause befindet sich ein aus dem Englischen in die Deutsche Sprache übersetztes 10 Seiten zählendes Dokument (Siehe weiter unter Algemeine Informationen). Es beinhaltet die Anklagepunkte, die ausführliche Beweisführung der Anklage und eine Zusammenfassung der Aussagen der sieben Angeklagten zu denen auch Horst Görlich gehörte.

Quelle aus der Literatur
“Frustrated in its tactical and long-range sabotage and espionage missions, the 150th Panzer Brigade sent seven of its members in U.S. uniform, on foot, behind American lines with the mission of locating a U.S’. artillery battery near Geromont. Through conversations with the gun crew, the seven were to secure information concerning positions and intentions of the battery. The American artillerymen proved poor hosts and poorer quiz contestants, and the seven spies were detained and taken to the 30th CiC Detachment. This detachment rushed the group to the 301st CIC with the same speed with which the alert soldiers of the 117th U.S. Regiment had delivered the captives to them .
More information was gained concerning the Eisenhower assassination plot. Naval Sergeant Horst Goerlich said that he had heard Hardieck discussing the plan, which included the dropping of parachutists near Paris to aid the expedition. This statement added impetus to the threat since unconfirmed reports of parachutist droppings near Paris had been received on 20 December, three days before.

Acting Corporal Rolf Benjamin Meyer, alias Lt. Sammy Rosner, also substantiated previous versions of the plot, adding that the alleged assassins would have Nipolit, a plastic explosive, and specially manufactured poisoned ammunition.
Goerlich, Meyer and their five associates were executed on 30 December, four days after their sentence by a U.S. Military Commission. All seven had been members of the Einheit Stielau.”

History of the CIC, John Mendelsohn

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Auskünfte des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) in Genf
(International Committee of the Red Cross, ICRC)

Der Totenschein aus dem Internationalen Roten Kreuz in Genf spricht für sich.

Warum das 13. Fallschirmregiment als Einheit genannt wird ( so auch bei Krause, Meyer, Miegel, Pollack, Schilz und Wittsack) konnte nicht eindeutig geklärt werden. Es steht aber fest, dass die Gruppe kein Mitglied des 13 Fallschirmregimentes war.

Der Ort der Gefangennahme war Géromont. Géromont gehört zur Gemeinde Malmedy.

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Amerikanischer Totenschein. Quelle: Archiv des Internationalen Roten Kreuz Genf.

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Deutscher Soldatenfriedhof Lommel, Belgien. Foto: © Wolfgang Stienes.