Soldatenschicksal aus dem Zweiten Weltkrieg nach fast 70 Jahren geklärt

Soldatenschicksal aus dem Zweiten Weltkrieg nach fast 70 Jahren geklärt

Durch Grabhistorische Forschung, im Auftrag von der Gräberdienst des niederländischen Heeres BIDKL (Bergings- en Identificatiedienst Koninklijke Landmacht) habe ich beigetragen bei erneuter Identifizierung eines (damals) unbekannten deutschen Soldat auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Ysselsteyn.

Deutsche Botschaft Den Haag, Donnerstag 24 April 2014
Unter den gut 32.000 Gräbern, die man auf dem deutschen Soldatenfriedhof Ysselsteyn in der Provinz Limburg findet, sind über 5000 ohne eine Namensnennung auf dem Grabkreuz. In diesen Gräbern liegen Soldaten der früheren Deutschen Wehrmacht, die im Verlauf des Zweiten Weltkrieges in den Niederlanden fielen und die zum Zeitpunkt ihrer Beisetzung in den 50er Jahren in Ysselsteyn nicht identifiziert werden konnten. Einer dieser Soldaten war Oberfeldwebel Karl Götz, der als Fallschirmjäger am 26.09.1944 bei Wijbosch im Raum ‘s Hertogenbosch fiel. Seine Familie erhielt damals noch seine Todesnachricht, sein Grab wurde aber nie gefunden.

Nun konnte dieses ungeklärte Schicksal gelöst werden. Der Gräberdienst des niederländischen Heeres BIDKL (Bergings- en Identificatiedienst Koninklijke Landmacht) in Soesterberg hatte nach umfangreicher Recherche und Suche in Archiven ermittelt, dass es sich bei dem Toten, der in der namenlosen Grabstelle TF-6-67 in Ysselsteyn lag, um Oberfeldwebel Karl Götz handeln könnte. Mit Hilfe des Militärattachéstabes an der Deutschen Botschaft Den Haag konnte über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Deutsche Dienststelle in Berlin, die frühere Wehrmachtsauskunftsstelle, mit Kurt Götz ein noch lebender Sohn des Oberfeldwebel Götz ermittelt werden. Ein DNA-Abgleich brachte dem BIDKL das von vielen Seiten erhoffte Ergebnis: Die von dem Sohn in Stendal/Sachsen-Anhalt abgegebene Speichelprobe hatte die gleiche DNA wie die aus den Gebeinen des in Ysselsteyn exhumierten Soldaten entnommene Probe!
Der mittlerweile 75-jährige Kurt Götz, der sichtlich bewegt zusammen mit seiner Frau und weiteren Angehörigen nunmehr Abschied von seinem Vater nehmen konnte, hatte über viele Jahre versucht, das Grab seines Vaters zu finden. Als Bürger der DDR war es ihm nicht möglich gewesen, mit den oben genannten Dienststellen in Kontakt zu treten. Aber auch nach dem Fall der Mauer dauerte es noch fast 25 Jahre, bis er nun am Grab seines Vaters in Ysselsteyn stehen konnte. Das Grab mit der Bezeichnung TF-6-67 trägt seit dem 24. April 2014 den Namen von Oberfeldwebel Karl Götz und ist versehen mit dessen Geburts- und Sterbedatum.

Ein niederländischer und ein deutscher Geistlicher, eine zurzeit in der Jugendbegegnungsstätte in Ysselsteyn anwesende Schülergruppe sowie Soldaten vom Logistikbataillon 142 aus Torgelow umrahmten diese Beisetzung, in dessen Verlauf die Gebeine von Oberfeldwebel Götz in das nunmehr benannte Grab zurückgelegt wurden. Die Soldaten unterstützen zwei Wochen lang den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bei der Pflege des Soldatenfriedhofs.

KarlGoetz2