Deutsches „Beobachtungsbuch“

Nachdem die Carillon Venray Foundation beschlossen hatte, das Layout des Grote Kerk van Venray zu übernehmen, begannen die „Werkgroep Inrichting Toren“ nach der Neugestaltung des ersten und zweiten Revolverraums mit der Einrichtung des dritten Turmraums Sint Petrus Banden Kirche in Venray. Für den dritten Turmraum wird ein deutsches „Beobachtungsbuch“ als besondere Sehenswürdigkeit gezeigt. Es handelt sich um ein Beobachtungsbuch einer deutschen Einheit, das während der Schlacht von Overloon und der Befreiung von Venray ein Observatorium im Turm der oben genannten Kirche errichtet hatte.

Das Beobachtungsbuch ist etwas Besonderes, weil es von Minute zu Minute mittels Kurznotizen, beschreibt, was die deutschen Beobachter vom 6. bis 13. Oktober 1944 aus ihrer Sicht beobachtet hatten. Beobachtungen, die vor allem für deutsche Artillerieeinheiten von Interesse waren und die Alliierten gezielt angreifen konnten.

Bald wurde der Kirchturm von Venray zu einem wichtigen Ziel für die alliierten Land- und Luftstreitkräfte und sollte auf jeden Fall beseitigt werden. Obwohl der Kirchturm aus Luft und Land bombardiert wurde, sprengten am 16. Oktober 1944 die sich zurückziehenden Deutschen den Kirchturm, um zu verhindern, dass die Alliierten den Kirchturm wieder als Ausguck benutzten.

Das Beobachtungsbuch mit den Notizen von zum Beispiel Kampfbeobachtungen sowie den Namen der Beobachter und ihres Dienstplans wurde nicht viel später vor den Trümmern des gesprengten Turms der Peterskirche gerettet. Die in Privatbesitz befindliche Originalbroschüre wurde vom Eigentümer dem „Working Structure Tower“ der Carillon Venray Foundation zur Verfügung gestellt, um eine Ausstellung im dritten Turmsaal der Sint Petrus Banden Church zu ermöglichen. Im Januar dieses Jahres hat sich Harrie Eijssen (Mitglied der „Working Group Equipment Tower“) mit mir in Verbindung gesetzt, wenn ich diese Arbeitsgruppe unterstützen möchte, um die deutsche Einheit, vorzugsweise die Beobachter dieser Einheit, während der Schlacht von Overloon herauszufinden. und die Befreiung Venrays hatte im Kirchturm einen Aussichtspunkt eingerichtet und das Beobachtungsheft aufbewahrt. Natürlich habe ich diesen Auftrag gerne angenommen.

Auf der ersten Seite des Beobachtungsbuches wurde seltsamerweise eine sogenannte Feldpostnummer vermerkt. Eine Feldpostnummer kann heute mit einer Postleitzahl verglichen werden, einer verschlüsselten Nummer zum Übertragen von Post an eine bestimmte Einheit. Nachdem ich die Feldpostnummer entschlüsselt hatte, wurde klar, dass etwas nicht stimmte, denn diese Nummer gehörte zu einer deutschen Serviceeinheit eines Infanterieregiments, das zum Zeitpunkt des Beobachtungsbuches aus Venray in Lettland stationiert war. Tatsächlich wurde die bewusste Feldpostnummer im Oktober 1943 zum letzten Mal von dieser Einheit verwendet.

Bei den heftigen Kämpfen in und um Venray ist es jedoch durchaus möglich, dass ein oder mehrere deutsche Soldaten, die im Beobachtungsbuch erwähnt werden, in den Niederlanden getötet oder begraben wurden. Aber leider bin ich auch nicht weiter gekommen, denn es gab keine Opfer unter den Gefallenen und den deutschen Soldaten, die in den Niederlanden neu beerdigt wurden, was den Namen im Buch entsprach, unabhängig davon, ob sie mit ihrem Rang oder Rang verbunden waren oder nicht. Eine Ausnahme war jedoch ein Unteroffizier, dessen Name (mit entsprechendem Rang) ebenfalls in der Broschüre stand. Dieser Unteroffizier starb am 19. November 1944 in Prummern (Geilenkirchen) und wurde in Margraten von amerikanischen Soldaten begraben, von wo die Überreste schließlich in Ysselsteyn wieder begraben wurden . Dieser Unteroffizier wurde in Altkarbe, der damaligen preußischen Provinz Brandenburg, geboren, aber seit 1945, als dieses Gebiet von der Roten Armee besetzt wurde, waren die Deutschen dort Abschiebung ausgewiesen und der Ortsname in Stare Kurowo (Polen) umbenannt. Leider wurden keine weiteren Informationen über diesen Unteroffizier in Stare Kurowo gefunden, und ich habe die Ermittlungen gegen diesen Unteroffizier für Sicherheit in Berlin fortgesetzt.

Danach setzte ich meine Suche fort, indem ich die Listen der fehlenden deutschen Soldaten konsultierte. Leider wurden diese Listen nicht nach Ort, sondern nach Einheiten sortiert, so dass diese Suche eine umfangreiche Untersuchung war, da allein in den Niederlanden bereits über 2.500 deutsche Soldaten in anonymen Gräbern sind. Unglücklicherweise war ich bei dieser Suche jedoch völlig festgefahren, also ging ich zu den Namen der in Deutschland gestorbenen Soldaten, auch hier gab es „nur“ einen Namen, der auch i.c.m. sein Rang entsprach einem Namen / Rang aus dem Buch. Es handelte sich um einen deutschen Soldaten, den Sohn eines Gastwirts, der am Ostersonntag, dem 1. April 1945, in einem Zug getötet und mit den anderen Opfern dieser Bombardierung in einem Massengrab begraben wurde. Mittlerweile gibt es Kontakt mit der Gemeinde seines Wohnsitzes, aber auch hier bleiben die Informationen kurz und ich habe diese Forschung auch in Berlin fortgesetzt.

Da eine Antwort aus Berlin einige Zeit abwarten kann, schaue ich auch im Bundesarchiv in Freiburg. Aber auch hier ist es schwierig, spezifische Informationen mit wenig Informationen zu finden. In naher Zukunft hoffe ich jedoch, weitere Hintergrundinformationen zum Booklet mit dem „Arbeitsgruppe Dekoration Turm“ der Carillon Venray Foundation zu teilen.

Inzwischen habe ich auf Einladung und Anfrage der Carillon Venray Foundation am Samstag, 23. April 2016, während der Eröffnung und Präsentation des „Beobachtungsbuches“ im dritten Turmraum der St. Peter’s Church in Venray ein Wort gesprochen. Ich möchte dem Vorstand und den Mitgliedern der Carillon Venray Foundation für ihr Vertrauen und die angenehme Zusammenarbeit danken.

Die Turmsäle der Kirche Sint Petrus Banden in Venray mit ihren vielfältigen Ausstellungen können samstags von 14 bis 16 Uhr bis zum 29. Oktober besucht werden.

Präsentation, Samstag, 23. April 2016

Tableau, Vergrößerung des Beobachtungsbuches.